Januar 15, 2019

Was bedeutet Digitalisierung für Schweizer Unternehmen?

Heute wird viel über die Digitalisierung geschrieben und diskutiert. Dabei können sich viele nicht vorstellen, was dies für sie selbst oder ihr Unternehmen bedeutet, beziehungsweise sehen darin keinen Nutzen für sich. Sie können mir glauben, die Digitalisierung betrifft uns alle. Sie wird uns zukünftig vor einige gesellschaftliche Herausforderungen stellen, bietet aber auch viele neue, nützliche Möglichkeiten und Chancen. 

Die deutschsprachigen Länder und ganz Europa hinken in der Digitalisierung anderen Ländern hinterher. Wir Schweizer haben den Ruf, Neuem nicht gerade offen gegenüber zu stehen und eher konservativ und zurückhaltend zu sein. Doch gerade wir in der Schweiz, sollten uns vor der digitalen Transformation nicht scheuen. 

Neues bedeutet auch immer Veränderung. Veränderung wiederum bringt Unsicherheit und Zukunftsängste. Die eigentliche Gefahr besteht jedoch darin, sich dieser Entwicklung zu verschliessen oder übervorsichtig und halbherzig heran zu gehen.

 

Wird die Digitalisierung Arbeitsplätze schaffen oder vernichten?

Wie sich der Arbeitsmarkt durch die Digitalisierung verändern wird, lässt sich heute noch nicht beurteilen. Es gibt sowohl Stimmen, die für die Schweiz mit einem Verlust von 1 Million Arbeitsplätze rechnen. Andere wiederum sind sich sicher, dass es auch in der digitalisierten Zukunft genügend oder sogar mehr Jobs geben wird. 

Grosse Konzerne haben bereits vor Jahren begonnen, verschiedene Prozesse in «Billig-Lohn-Länder» zu verlagern. Aus welchem Grund? Vor allem weil dort die Lohnkosten deutlich tiefer sind als bei uns in der Schweiz. So wurden ganze Produktionen und Unterstützungsprozesse wie Finanzen oder Personalwesen nach Osteuropa oder Asien verlagert. Zuhauf sind Arbeitsplätze verschiedener Branchen in der Schweiz verloren gegangen. Trotzdem stagnieren unsere Arbeitslosenzahlen seit Jahren auf tiefem Niveau. 

Heute haben die «Billig-Lohn-Regionen» ihre Stärken längst entdeckt. Sie investieren in Bildung und in die Digitalisierung. Zum Beispiel lernen in China viele Kinder bereits im Vorschulalter ab 4 Jahren zu programmieren.


Veränderungen bringen uns weiter

Veränderungen im privaten, wie auch unternehmerischen Umfeld, sind nichts Neues. Unsere Geschichte ist geprägt von kleineren und grösseren Veränderungen. Denken wir nur an die Industrialisierung. Schon immer ist der Mensch geneigt zu sagen, früher sei alles viel besser gewesen. Das liegt in der Natur der Menschheit. Aber ist das wirklich so? Gab es nicht einen Grund, weshalb wir diese Veränderung eingegangen sind und wir heute da stehen wo wir sind? 

Es ist ganz natürlich, sich an die guten alten Zeiten zu erinnern und dabei nochmals die schönen Momente zu durchleben. Das sollte uns aber nicht dazu verleiten, uns nicht auf die Zukunft mit ihren vielen neuen Möglichkeiten einzulassen und Veränderungen grundsätzlich positiv gegenüber zu stehen. Mir persönlich kommt hier immer das Redewendung «Ist das Glas halb leer oder halb voll?» in den Sinn. Eine positive Grundhaltung hilft ungemein, sich mit bevorstehenden Veränderungen auseinander zu setzen.


Die Organisation der Zukunft

Ich will Ihnen nichts vormachen. Die Digitalisierung wird Arbeitsplätze kosten. Dabei werden es wohl die einfacheren Jobs mit regelmässigen und repetitiven Aufgaben sein, die der Digitalisierung zum Opfer fallen. Um diesen Menschen weiterhin eine Arbeit und ein Einkommen zu ermöglichen, wird es neue Ansätze und Modelle brauchen. 

Auch das Management wird sich verändern müssen. Starre, in Hierarchien gegliederte Organisationen gehören der Vergangenheit an. Zum einen kann damit nicht mehr schnell genug auf Veränderungen im Markt reagiert werden, zum anderen wollen Arbeitnehmer der Generation Y und der Millennials mehr als nur einen Arbeitsplatz. Sie sind bereit Verantwortung zu übernehmen und möchten Freiheiten und Mitwirkungsrechte bei der Arbeitsgestaltung wahrnehmen. Im Kampf um qualifizierte Arbeitnehmer werden Unternehmen, die diesen Ansprüchen gerecht werden können, von den besten Arbeitnehmern profitieren können. 

Auch die Arbeitnehmer 50+ spielen eine wichtige Rolle. Zeigen sie sich offen gegenüber den neuen Gegebenheiten und Arbeitsmodellen, sind sie ein wichtiger Pfeiler bei der Lösung des Fachkräftemangels. 

Neben den wegfallenden Arbeitsplätzen, werden auch viele neue geschaffen. Ich bin überzeugt, dass wir heute noch nicht abschätzen können, welche Möglichkeiten sich uns dadurch eröffnen. Die Digitalisierung ist bereits in vollem Gang. Niemand sollte oder kann sich dem verschliessen.


Digitalisierungspotenzial für die Schweiz - holen wir das produzierende Gewerbe zurück

Nochmals die Frage, was heisst das nun für uns hier in der Schweiz? Sie können sich nach wie vor noch nicht vorstellen, wie Sie das betrifft? Das ist kein Problem. In den nachfolgenden Abschnitten und den regelmässig erscheinenden Artikeln, werde ich genau diesen Fragen nachgehen und versuchen Ihnen aufzuzeigen, wie Sie sich in der Digitalisierung zurechtfinden können. 

Persönlich sehe ich gerade für die Schweiz grosses Potenzial in der Digitalisierung. Denn was zeichnet den Wirtschaftsstandort Schweiz aus? Zum Beispiel unsere hervorragende Infrastruktur wie die sichere Stromversorgung und gut ausgebaute Verkehrswege, die zentrale Lage innerhalb Europas, hervorragend ausgebildete Fachkräfte (Stichwort dualer Bildungsweg), stabile politische und wirtschaftliche Verhältnisse und viele mehr. 

Was häufig als Nachteil der Schweiz gesehen wird, sind die hohen Lohnkosten. Kann uns die Digitalisierung nun dabei helfen, diesen möglichen Nachteil zu mindern? Ja, das kann sie! Denn durch die Digitalisierung lassen sich viele Arbeiten teil- oder vollautomatisieren. Dies ermöglicht es uns, diese Prozesse in der Schweiz zu behalten und dadurch Arbeitsplätze im eigenen Land zu sichern. In unserer globalen Welt bringt dies die Prozesse wieder näher zueinander, reduziert Schnittstellen und Sprachbarrieren. 

Auch produzierende Betriebe profitieren von diesen Vorteilen. Denn eine vollautomatisierte Produktionsmaschine hat ähnliche Investitionskosten, egal wo auf der Welt sie steht. Wenn für den Betrieb weniger Arbeitskräfte notwendig sind, spielt es keine Rolle mehr, wo die Maschine steht. Sie kann auch problemlos in der Schweiz betrieben werden. So könnten wieder mehr produzierende Unternehmen in der Schweiz rentabel betrieben werden und profitieren zugleich von den hervorragenden Standortbedingungen der Schweiz.

Was heisst das nun konkret für unsere Unternehmen in der Schweiz?

  1. Automatisieren wir Prozesse wo möglich
  2. Standardisierung bringt Vereinfachung
  3. Halten wir die Prozesse schlank und Hierarchien flach
  4. Und nicht zuletzt: Stehen wir den bevorstehenden Veränderungen positiv gegenüber und seien wir offen für die Möglichkeiten, die sie uns bringen werden.

Von Albert Einstein gibt es hierzu ein Zitat, welches aus meiner Sicht ganz gut zur Digitalisierung passt:

«Man muss die Dinge so einfach wie möglich machen. Aber nicht einfacher.»

Betrachtet man die Digitalisierung als Ganzes, kann man schnell überfordert sein. Es ist aber problemlos möglich, die Digitalisierung in kleinen Schritten anzugehen, ohne gleich eine umfassende Digitalisierungsstrategie aufsetzen zu müssen. Lassen Sie sich nicht verunsichern, gehen Sie es in dem Tempo an, das für Sie passt. Wichtig ist, Sie sehen die Möglichkeiten für sich und Ihre Unternehmung. Gehen Sie es an!


In unseren Artikeln gehen wir konkret auf Lösungen ein und zeigen auf, wie Sie Ihr Unternehmen damit digitaler und erfolgreicher machen können. Gleichzeitig sichern Sie Ihre Zukunft und können dazu beitragen, Arbeitsplätze in der Schweiz zu erhalten und auszubauen.

Was denken Sie über die Digitalisierung? Ich freue mich über Ihre Kommentare.

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